Niedersteinbach in Franken 

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Niedersteinbach
 
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 Statistik zu Niedersterinbach
 
 
 
 

 
Einwohnerentwicklung der letzten 128 Jahre; (Gebietsreform 1972 bis 1978)
Jahr
1871
1880
1900
1910
1919
1925
1939
1946
1972
1998
1999
 
Einw
210
235
275
358
401
428
581
731
855
 
 
 
PAz
 
+25
+40
+83
+43
+27
+153
+150
+124
 
 
 

 

1980
1985
1990
1995
1996
1997
1998
1999
2000

 

 

 

 

912
918
952
982
989
975

 

 

 

 

 

 

 

+57
+6
+34
+30
+7
-14

 

 

 

 

 

 

  ab 2000; (Wv Deutschland 03.10.1990, Einführung Euro in 01.01.2002)
*seit Frühjahr 2001 steht eine Mobilfunkantenne auf dem Feuerwehrturm mitten im Ort 
Jahr 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008
Einw

 

978

979

984

981

 

950

947

 

 

PAz

 

 

+ 1

+ 5

- 3

 

-

- 3

 

 

gest

 

5

13

 13

8

 

7

12

 

 

%

 

- 0,5

- 1,3

- 1,3

- 0,8

 

-0,7

- 1,3

 

 

geb

 

 8

9

 10

10

 

9

7

 

 

%

 

 + 0,8

 + 0,9

+ 1,0

 + 1,0

 

 +0,9

+0,7

 

 

Der Name Niedersteinbach leitet sich wohl von dem kleinen Bächlein ab, welches aus der Gemarkung von Dörnsteinbach durch den „Alten Grund“ der Kahl zufließt.

Wann das Dorf entstanden ist, läßt sich mit Sicherheit nicht exakt feststellen. Aus verschiedenen Werken zur Historie von Franken, Bayern bzw. Deutschalnd ist nachgewiesen, daß im Kahlgrund schon um 800 nach Christus, Siedlungen bestanden. Nach vorhandenen Urkunden ist anzunehmen, daß bereits um
1184 der Ort bestand. Urkundlich ist Niedersteinbach erstmals 1300 genannt, wo es noch zum Landgericht Krombach gehörte und dann mit diesem als Lehen des Erzbistums Mainz an die Grafen von Rieneck kam. Die Rienecker gaben es als Unterlehen an die Herren von Büdingen, nach deren Aussterben fiel es an die Groschlag von Dieburg.

1666 wurde Niedersteinbach mit den übrigen Orten des Landgerichtes von Philipp Erwin von Schönborn erworben und blieb bis 1803 im Besitz dessen Familien. Durch den österreichischen Staatsvertrag kam man schließlich mit Aschaffenburg, 1814 zu Bayern.

Ähnlich wie in den anderen Dörfern des Kahlgrundes lebten die Einwohner der
Gemeinde  Niedersteinbach (schriftlicher Nachweis 1869) in den vergangenen Jahrhunderten unter recht bedürftigen wirtschaftlichen Verhältnissen. Die durchweg schlechten Landwirtschaften brachten oft wenig Ertrag und nicht selten ausgesprochene Notjahre. Außer der Landwirtschaft gab es am Ort und in der näheren Umgebung kaum andere Verdienstmöglichkeiten. Auswärtige Arbeitsplätze aufzusuchen war aber wegen der Entfernung und der schlechten Wegverhältnisse von damals nur unter größten Anstrengungen und Opfern möglich.

Mit der Erbauung der Kahlgrundbahn
1898 setzte eine bedeutende Besserung der wirtschaftlichen Lage des Ortes ein. Niedersteinbach bekam eine Bahnhaltestelle. Die Arbeiter von hier und aus den umliegenden Dörfern hatten die Möglichkeit, Arbeitsplätze im Aschaffenburger- oder Frankfurter Raum aufzusuchen.

Selbst im Ort und in der Umgebung wurden neue Arbeitsplätze erschlossen und brachten eine Besserung der Verdienstmöglichkeiten mit sich. Die Ansiedlung zweier Zigarrenfabriken bedeutete für viele Frauen und Mädchen Arbeitsstellen und Verdienstmöglichkeiten. Ja sogar eine Spielzeugfabrik mit weltweitem Export hatte über mehrere Jahre ihren Sitz im Ort.
Für die kleinen landwirtschaftlichen Betriebe begann eine Zeit neuer Erkenntnisse und brachte spürbaren Aufwärtsbewegung.

In frühester Zeit gehörte Niedersteinbach kirchlich zu Ernstkirchen (Schöllkrippen) und zwar zur damaligen Filialkirche Krombach. Zur damaligen Zeit mußten die Kirchgänger 1 Stunde per Fuß zur Mutterkirche zurücklegen.
1897 kam man zu Pfarrei Mömbris, als Expositur im Jahre 1930, errichteten Bürger aus Brücken und Niedersteinbach die Josephkirche. Mit dem Bau der Sandsteinkirche 1961 ist Niedersteinbach mit den beiden Orten Brücken und Hemsbach eine eigenständige Pfarrei die den Namen Sankt Wendelinuspfarrei trägt.

Neidersteinbach, das sich bis
1968 in Nieder- Mittel- und Obersteinbach trennten und jeder Teil über einen eigenen Backofen verfügte, hat sich im Laufe der nächsten Jahrzehnte als richtiges Straßendorf zusammen gebaut. Die Hauptstraße durch den Ort ist zugleich auch die Hauptverkehrsader des Kahlgrundes und hat heute die Bezeichnung Staatsstraße 2305 und durch den Ort den Namen Alzenauer Straße. Des weiteren gab es auch 2 Mühlen im Ort.

Bis
1972 war Niedersteinbach weit über 100 Jahre politisch eine eigenständige Gemeinde wurde zwangsaufgelöst und gehört heuer zum Markt Mömbris.

 
 

Seit dieser Zwangseingemeindung 1972, verkümmert der Ort in seiner Entwicklung zusehend in allen Bereichen.

Die geographische Lage unseres Marktes:
zwischen
            55 Grad 44’ und 55 Grad 51’ nördlicher Breite, sowie
                         35 Grad 08’ und 35 Grad 16’ östlicher Länge.
Höhenlage:
zwischen
            165 und 337 Meter über dem Meeresspiegel.

Dieser Flecken liegt im Naturpark Spessart der mit 200.000 ha eines der größten zusammen-hängenden Waldgebiete im westlichen Deutschland ist. Dieser Flecken nennt sich Kahlgrund und dadurch schlängelt sich das kleine Flüßchen mit dem Namen Kahl und mündet bei Kahl in den Main. Etwa in der Mitte der Kahl von der Kahlquelle bis zum Main, wird der Kahlgrund durch den „Penis“ vom hessischen Main Kinzig Kreis, die Sölzert und Teile vom Teufelsgrund eingeschnürt.

In dem 1,5 km langen Teufelsgrund standen ehemals 3 Mühlen, die 1837 noch arbeiteten, heuer steht nur noch die Gaststätte zur Teufelsmühle, die an einzelnen Tagen noch bewirtet wird, derer aber schon einige Sagen gewidmet wurden. Am Eingang zum Teufelsgrund stehen noch Gemäuer der Burg Hüttelngesäß die um 1000 nach Christus schon ihren Standort hatte, aber 1405 von König Ruprecht zerstört wurde um der Räuberei Einhalt zu gebieten. Hinter der Burgruine liegt schon über Jahrhunderte das herrliche Jagdhaus Hüttelngesäß und links am Hang der Sölzert versteckt im Wald ein Jagdschlößchen. Hoch oben auf dem Schanzenkopf sind noch Zeichen eines Ringwalles aus der La Tenne Zeit 300-120 vor Christus zu finden.

Der Verlauf des Kahlgrundes ist in etwa so zu erklären:
an der hessischen Grenze entlang, schräg von oben auf den oberen Knick des Main- Vierecks zu, zwischen Aschaffenburg und Frankfurt endet der Kahlgrund in Höhe des Mains, wir befinden uns also auf bayrischen Boden (seit 1814). Für die Bayern sind wir wohl „Preisse“ fühlen uns aber als waschechte Franken sehr wohl in unserer Haut. Unsere Antwort dazu: Bayern wäre ohne uns wie ein Löwe ohne Kopf.

Gerade an dieser Stelle so Nahe bei Hessen, liegt nun unser Ort Niedersteinbach, im Winkel des Schnittpunktes vom hessischen Teufelsgrund und unserer munderen Kahl. Mittlerweile mit dem Nachbarort Brücken vom anderen Ufer der Kahl kulturell sowie Grundbesitz mäßig verbunden. Mit 982 Einwohner ist Niedersteinbach der viertgrößte Ort in der Gemeinde.

Alle Rechte dieser Chronologie liegen ausschließlich bei Erhard Lorenz, zur Weiterverwendung dieser Daten ist das Recht des Urhebers unbedingt einzuholen. 

 


 
 

Gemeinde Niedersteinbach  © 2006
Verantwortlich für die Pflege & den Inhalt ist Erhard Lorenz, E-Mail :
nfo@erhrd-lorenz.de